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Freitagsklick:Robin Hood in der Eifel – ein Vater-Kind-Zeltlager voller Abenteuer

Es hätte durchaus anders kommen können. Schon im Vorfeld unseres diesjährigen Vater-Kind-Zeltlagers standen die Zeichen zunächst nicht besonders gut: ein extrem heißer Sommer, ausgetrocknete Wälder und eine hohe Waldbrandgefahr.
Willkommen im Sherwood Forest
Gegen den Sheriff von Nottingham

Tatsächlich kam es während unseres Zeltlagers vom 15.-22. August in Niederheckenbach in der Eifel zu mehreren Waldbränden – zunächst in einiger Entfernung, später sogar deutlich näher am Lagerplatz. Zum Glück konnten alle Brände schnell eingedämmt werden. Unsere Entscheidung, das Zeltlager durchzuführen, erwies sich damit als richtig – allerdings mit der notwendigen Vorsicht. Feuer gab es ausschließlich in der genehmigten, ummauerten Grillhütte.

Und dann hieß es: Willkommen im Sherwood Forest! Unser diesjähriges Motto lautete Robin Hood.

Vater-Kind-Zeltlager 2026

Gegen den Sheriff von Nottingham

Am Sonntag startete das Abenteuer mit einer großen Lagerolympiade. Im Stil von Takeshi’s Castle mussten sich die Kinder gemeinsam mit ihren Vätern allerlei Herausforderungen stellen – natürlich im Kampf gegen den bösen Sheriff von Nottingham und seine Gehilfen.

Dabei wurde geklettert, gerannt, balanciert und gelacht. Am Ende gab es – wie es sich für ein ordentliches Robin-Hood-Abenteuer gehört – keine Verlierer. Alle hatten gewonnen und durften sich über eine große Haribo-Beute freuen.

Danach wurde es handwerklich: In der ersten Bastelrunde entstanden eigene Taschenmesser. Das war allerdings deutlich aufwendiger als gedacht. Deshalb war am Sonntag längst noch nicht Schluss – die Messer wurden über die ganze Woche hinweg immer wieder weitergebaut.

Bürstenroboter als Spiderman

Auf Schatzsuche durch die Eifel

Am Montag ging es in den Wald. Mit einer modernen Robin-Hood-Schatzsuche erkundeten wir die Umgebung des Zeltplatzes beim Geocaching. Mit Smartphone und GPS auf Schatzsuche durch die wunderschöne Eifel – und tatsächlich hatten auch die Kleinsten einen Riesenspaß daran, die versteckten Schätze aufzuspüren.

Am Nachmittag wurde wieder gebastelt. Diesmal entstanden Bürstenroboter: kleine, erstaunlich flinke Roboter, die teilweise als Robin Hood verkleidet wurden, teilweise aber auch völlig andere Formen annahmen.

Und weil unser Zeltlager Kinder von vier bis 15 Jahren zusammenbringt, gab es für die Großen noch eine besondere Herausforderung: Elektronik-Lötbausätze. Was zunächst wie ein Angebot für die älteren Kinder gedacht war, entwickelte sich schnell zum Renner. Die Teenager bauten die Bausätze mit einer Begeisterung zusammen, dass die Kleineren bald ihre ersten „Aufträge“ vergaben: „Kannst du mir auch so einen bauen?“

Robin Hood wird zum Meisterschützen

Am Dienstag stand eine der großen Höhepunkte der Woche auf dem Programm: Bogenschießen.

Das gab es zwar schon öfter im Vater-Kind-Zeltlager. Diesmal war das Schießen auf Scheiben aber nur die Vorbereitung. Nachdem alle die Grundlagen gelernt hatten, ging es gemeinsam in den Wald zum Bogenparcours.

An verschiedenen Stationen warteten ungewöhnliche, teilweise bewegliche mechanische Ziele. Väter und Kinder gingen gemeinsam auf die „Jagd“ – natürlich ohne ein einziges echtes Tier zu verletzen.

Das war ein echtes Wagnis: Die Veranstaltung dauerte den ganzen Tag und unser Zeltlager ist schließlich für Kinder von vier bis 15 Jahren gedacht. Aber die Rechnung ging auf. Selbst die Kleinsten liefen tapfer durch den Wald und waren am Ende genauso begeistert wie die Großen. Bogenschießen einmal ganz anders – für viele sicherlich eine der außergewöhnlichsten Erfahrungen dieser Woche.

Mittwoch: Jeder macht seins

Der Mittwoch gehört traditionell den Familien. Beim Familientag ging jeder seine eigenen Wege. Man traf sich zufällig an der Sommerrodelbahn, bevor sich die Wege endgültig trennten.

Am Abend gab es dann wieder das große Hallo: „Was habt ihr heute gemacht?“ – und schon wurde aus den vielen einzelnen Familienerlebnissen wieder eine gemeinsame Lagergeschichte.

Robin Hood auf der Burg

Am Donnerstag wurde weiter an den Taschenmessern gearbeitet. Die Kleineren konnten sich derweil mit lufttrocknendem Ton austoben und eigene kleine Kunstwerke herstellen.

Am Nachmittag ging es dann zur Burg Olbrück – natürlich passend zum Motto. Schließlich musste auch Robin Hood sich mit Burgen und dem Sheriff von Nottingham auseinandersetzen.

Die Burg ist heute eine beeindruckende Ruine, deren Bergfried vollständig wiederhergestellt wurde. Über eine enge Wendeltreppe ging es Stufe um Stufe nach oben. Für manche war allein der Aufstieg schon eine sportliche Herausforderung. Doch oben wartete die Belohnung: ein fantastischer Blick über die Eifel mit ihren Tälern, Bergen und Maaren.

Anschließend ging es noch in den Hexengarten, wo verschiedene Kräuter entdeckt und teilweise sogar probiert werden konnten. Mittelalter und Naturkunde – Robin Hood hätte seine Freude gehabt.

Zeltlager

Ein bisschen Basteln, ein bisschen Chillen – und ein besonderer Abend

Der Freitag war etwas ruhiger. Die Taschenmesser wurden fertiggestellt, gebastelt und zwischendurch einfach mal die Seele baumeln gelassen.

Am Nachmittag bereiteten wir gemeinsam die Abschlussandacht vor. Auch hier blieb Robin Hood unser roter Faden: „Den Bogen spannen“ wurde zum Bild für die Herausforderungen des Lebens, für Spannung und Entspannung, für Vertrauen und das gemeinsame Unterwegssein.

Die Andacht wurde gemeinsam mit den Kindern vorbereitet und gestaltet – und hat tatsächlich alle erreicht. Auch Teilnehmer, die sonst eher wenig mit Kirche anfangen können, waren beeindruckt. Einer brachte es sinngemäß auf den Punkt: „So eine Messe würde ich mir eigentlich immer wünschen.“

Am Abend regnete es kräftig, sodass der letzte gemeinsame Abend kurzerhand in die Grillhütte verlegt wurde. Dort wurde nicht nur gefeiert, sondern auch ein ganz besonderer Abschied genommen: Einer unserer Leiter war tatsächlich bei seinem 21. Zeltlager dabei – und zugleich bei seinem letzten. Ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 

Und dann war da noch das Lagerfeuer …

Neben all den Programmpunkten waren es vielleicht gerade die Dinge dazwischen, die das Zeltlager ausgemacht haben: lange Gespräche am Abend, spontane Spielrunden mit den Kindern, gemeinsames Lachen und natürlich die langen und manchmal erstaunlich tiefen Gespräche der Väterrunde nach 22 Uhr.

Eine Woche raus aus dem Alltag. Gemeinsam unterwegs sein. Abenteuer erleben. Dinge ausprobieren. Als Vater und Kind Zeit miteinander verbringen – und gleichzeitig Teil einer großen Gemeinschaft sein.

Das Vater-Kind-Zeltlager 2026 war trotz schwieriger Ausgangslage eine großartige Woche. Wir haben viel erlebt, viel gelacht, manches gewagt und vermutlich genauso viel Kraft getankt, wie wir verbraucht haben.

Und wer weiß: Vielleicht öffnet sich im nächsten Jahr wieder das Tor nach Sherwood Forest – dann allerdings möglicherweise mit einer etwas anderen Besetzung. 🏹🌲