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Freitagsklick:Mit Herz und Hand fürs Ehrenamt

Strahlender Sonnenschein in Velbert, die Glocken von St. Marien läuteten, schwarz-orange Kolpingbanner, frohe Gesichter überall: mit einem Festgottesdienst stimmten sich über 100 Delegierte und Ehrengäste auf die Diözesanversammlung am 9. Mai in Velbert ein.

„Ehrenamtlich Engagierte sind keine billigen Arbeitskräfte, sondern selbstständig handelnde, organisierte Menschen mit Selbstbewusstsein, Kreativität und Professionalität!“, sagte Diözesanpräses Peter Jansen in seiner Predigt. „Darum geht es: mit Herz und Hand und Hirn eine Idee zu verwirklichen“. Er knüpfte an Adolph Kolpings Wort an, dass die Nöte der Zeit uns lehren werden, was zu tun ist. „Lasst uns Perspektiven schaffen für ein gutes Morgen, für Menschen, die unsere Solidarität brauchen!“. 

Ihr seid entscheidend!

Nach einem eindrucksvollen Bannerzug durch die Velberter Innenstadt begrüßten hochrangige Gastredner*innen die Delegierten. Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese, Bürgermeister Dirk Lukrafka, die stellvertretende Landrätin Martina-Köster-Flashaar und Maria Adams, die geistliche Leiterin von Kolping Deutschland machten den Kolpingmitgliedern Mut, weiter ihren couragierten Weg zu verfolgen. „Ihr seid entscheidend, ihr seid Kirche, ihr seid Demokratie!“, hob Tim Kurzbach, der Vorsitzende des Diözesanrates hervor. Wie wertvoll Kolping in Velbert ist, machte der Vorsitzende Michael Wolframm deutlich: es gibt elf Kolping-Kitas, die Karnevalsgesellschaft Urgemütlich, eine aktive Kolpingjugend mit Ferienzeltlager, ein Kolpinghaus und die „Alten Freunde“. 

Worauf hast du Lust?

Danach zeigte die Referentin Helga Renneke, wie man Menschen für ein Ehrenamt begeistern kann. Sie ist Ehrenamtskoordinatorin der Caritas in Paderborn. Man kann Menschen eher für Aktionen gewinnen als für ein langfristiges Engagement, so Helga Renneke. Doch auch ein Ehrenamt für eine Aktion gelte es wertzuschätzen. Die Aufgaben im Ehrenamt haben sich gewandelt, stellte sie fest. „Von Tür zu Tür gehen – dafür findet sich niemand mehr, aber für das Waffelbacken“. Ein anderer Trend sei, dass sich mehr Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich engagieren wollen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und sich zu integrieren, so Renneke. Ihr Fazit: „Es ist wichtig, Menschen persönlich anzusprechen und nicht Aufgaben zu verteilen. Am Anfang stehen die Fragen: Was bringst du mit? Worauf hast du Lust? Wie viel Zeit hast du?“. Ein Ehrenamt ist dann erfüllend, wenn man sich darin weiterentwickeln kann und zu einem Team dazugehören kann. 

Johann-Gregor-Breuer-Preis

Danach wurde es feierlich: Die Kolpingsfamilie Wuppertal-Vohwinkel erhielt am 9. Mai 2026 auf der Kolping-Diözesanversammlung in Velbert den Johann-Gregor-Breuer-Preis. 

Dieser Preis wird jedes Jahr an eine Kolpingsfamilie mit innovativen Bildungsangeboten verliehen, die viele Menschen begeistern und bewegen – gemeinsam von Kolping-Bildungswerk und dem Diözesanverband Köln. 

Das vielfältige Bildungsangebot hatte die Jury begeistert: Einmal im Monat lädt die Kolpingsfamilie Wuppertal-Vohwinkel zu einem Ausflug ein, es finden Themenabende, Kegeln oder offene Stammtische statt. 

Die Kolpingsfamilie hat Strahlkraft über ihre 50 Mitglieder hinaus: Der „Irische Abend“ mit der Band Fragile Matt ist ein Publikumsmagnet. Die Kolpingsfamilie bietet Pub-typisches Catering an - der Erlös wird an das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz gespendet. 

Ebenso stark ist auch das Engagement in der Kolpingjugend: Für junge Menschen zwischen 12 und 30 Jahren wird jeden Monat ist eine tolle Aktion geplant. 

Aus einer kleinen Messdienergruppe aus Vohwinkel hat sich hier eine Gruppe gebildet, die junge Menschen aus dem ganzen Tal an der Wupper anzieht. 

Die Arbeit der Kolpingsfamilie hat insbesondere mit ihrer Jugendarbeit gezeigt, dass eine Breitenwirkung über die eigene Kolpingsfamilie hinaus möglich ist. 

Vier Mitglieder der Kolpingsfamilie nahmen den Preis mit großer Freude entgegen. Der Preis ist mit 300€ dotiert und wurde mit einer Schmuckurkunde überreicht.

Nur zusammen sind wir Kolping!

Nach dem exzellenten Mittagessen standen die Regularien auf dem Programm – und ein Abschied, der viele Engagierte mit Wehmut erfüllte. Bernd Münzenhofer leitete zum letzten Mal eine Diözesanversammlung – er schied aus seinem Amt aus. „Nur zusammen sind wir Kolping!“ – unter diesem Motto dankte er seinem Stellvertreter Rüdiger Steude, dem Vorstand und dem ganzen Diözesanteam herzlich für die vertrauensvolle, gute Zusammenarbeit. „Ich hatte mir einiges vorgenommen: Einiges ist erledigt, einiges unvollendet, denn auch mein zweites großes Ehrenamt als Vizepräsident der Handwerkskammer Düsseldorf habe ich mit großer Freude erfüllt. Beide Ämter haben sich ergänzt und gezeigt: Kolping ist noch in der Arbeitswelt und Handwerk vertreten!“, so Bernd Münzenhofer

„Nun ist es an Euch, einen neuen Vorsitzenden zu wählen, der die Ärmel hochkrempelt und die Herausforderungen unserer Zeit anpackt. Ich bin guten Mutes, dass sich unser Diözesanverband mit neuen Impulsen, neuer Tatkraft und viel Gottvertrauen sehr gut weiterentwickeln wird. Mein Vertrauen hat der Kandidat!“, schloss Bernd Münzenhofer. 

Wir müssen gestalten, nicht gestaltet werden

Martin Rose, der frühere Diözesanvorsitzende und jetziges Bundesvorstandsmitglied, ehrte ihn mit dem goldenen Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland. Er ließ die Stationen von Bernds vielfältigem ehrenamtlichen Engagement bei Kolping und im Handwerk, seinen unermüdlichen Einsatz für Kolping auf allen Ebenen, von der Kommune über die Handwerkskammer bis in den Bundestag Revue passieren. 

„Sein Herz steht für Kolping und das Handwerk. Er hat mit seiner zupackenden Art immer gezeigt, dass nicht Worte, sondern Taten zählen. Sein Einsatz verdient Dank und Anerkennung!“, so Martin Rose. Zum Schluss stellte er die Frage: „Was gibst du uns auf den Weg, lieber Bernd?“ – „Zusammen sind wir Kolping! Zusammen sind wir Kirche! Wir müssen gestalten, nicht gestaltet werden!“, sagte Bernd Münzenhofer. Als er das goldene Ehrenzeichen angesteckt bekam, erhob sich der ganze Saal und hielt Herzen und Hände in die Höhe. Herzlichen Dank für Dein Engagement mit Herz und Hand, lieber Bernd! 

Reinhard Ahrens stellte sich als sein Nachfolger zur Wahl. Der 62jährige Ingenieur aus Wuppertal blickt auf eine lange Kolping-Vita zurück: gemeinsam mit Martin Rose gründete er 1988 die Kolpingsfamilie Wuppertal-Sonnborn. „Wir haben uns damals überlegt, wie es nach der ‚Jugend‘ weitergeht und uns die kirchlichen Verbände angeschaut. Kolping hat uns fasziniert, weil der Verband generationenübergreifend und ökumenisch ist – wir hatten in unserer Jugendgruppe auch evangelische Freunde. Dann haben wir die Kolpingsfamilie mit einigen unserer Eltern und weiteren Erwachsenen aufgebaut und schnell Vorstandsämter übernommen.“ An den Gesichtern der Delegierten war es deutlich abzulesen: diesen Schwung könnten wir auch gut gebrauchen! 

Von 1993 bis 1999 war Reinhard Ahrens Diözesanleiter der Kolpingjugend, seit 1999 Vorsitzender der Kolpingsfamilie Wuppertal-Sonnborn. 

Mit Kolping-Intelligenz nach vorne schauen

„Patentrezepte habe ich nicht, aber eine Idee vielleicht: wir haben eine eigene KI, eine Kolping-Intelligenz. Lasst uns diese Kolping-Intelligenz nutzen, uns für unsere Werte einzusetzen! Wir können mit unserer Kolping-Intelligenz Ideen generieren! Lasst uns nach vorne schauen, lasst uns sehen, wo wir gebraucht werden, wo wir anpacken können.“ 

Das Votum der Delegierten war eindeutig: Reinhard Ahrens wurde ohne Gegenstimme mit donnerndem Applaus zum neuen Vorsitzenden des Kolping Diözesanverbands Köln gewählt. Mit Tatkraft, Mut und Gottvertrauen alle Baustellen angehen – in diesem Sinne bekam Reinhard Ahrens zum Antritt einen Bauhelm geschenkt. „Damit fühle ich mich wohl, das passt! Ein Helm steht für Sicherheit und Verantwortung, für das Anpacken und das Mitgestalten!“, so Reinhard Ahrens. 

Ein weiteres Mitglied wurde in den Vorstand gewählt: Christoph Dürdoth. Er war sieben Jahre Vorsitzender der Kolpingsfamilie Burscheid, gehörte sieben Jahre dem Leitungsteam an und unterstützt den Diözesanverband seit 2008 für Beraten und Begleiten. Zurzeit pilgert er auf dem Jakobsweg und bewarb sich aus Spanien mit einer Video-Botschaft. Er möchte mit Kolping neue Wege gehen, neue Impulse setzen. Auch er wurde von den Delegierten ohne Gegenstimme in den Vorstand gewählt. 

Neues Schutzkonzept verabschiedet

Als generationenübergreifender Verband trägt der Diözesanverband Verantwortung für alle Menschen, die an Veranstaltungen teilnehmen und sich im Diözesanverband engagieren. Das bestehende Schutzkonzept vor sexueller Gewalt wurde an die neuen Richtlinien des Erzbistums angepasst. Die Präventionsbeauftragte Karola Hackenbracht stellte die Neuerungen vor. Nach einigen Rückfragen wurde das neue Schutzkonzept einstimmig von den Delegierten verabschiedet. 

„Drum Brüder reichet euch die Hand, Schwestern, reichet euch die Hand – Vater Kolping lebe hoch!“ – mit diesem Lied klang die Diözesanversammlung harmonisch aus. Ein herzlicher Dank ging an die Kolpingfamilie Velbert, die diese Diözesanversammlung so zugewandt und herzlich ausgerichtet hat!