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Freitagsklick:Für eine Kultur des Hinsehens

Auf der Diözesanversammlung am 9. Mai in Velbert haben wir unser überarbeitetes Schutzkonzept verabschiedet. Wie unterscheidet es sich vom vorherigen Schutzkonzept, was ist daran neu? Wir haben unsere Präventionsbeauftragte Karola Hackenbracht dazu befragt.

Warum wurde das Schutzkonzept überarbeitet?

Das vorherige Schutzkonzept wurde 2020 verabschiedet. Institutionelle Schutzkonzepte müssen werden regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden – spätestens alle fünf Jahre. Grundlage für die Überarbeitung war eine Risikoanalyse, die gemeinsam mit den Delegierten der Diözesanversammlung 2025 in Bonn erarbeitet wurde. Gemeinsam wurde überlegt: Wo können Risiken entstehen? Was brauchen wir, damit sich Menschen bei unseren Angeboten sicher fühlen? Und wie können wir Haupt- und Ehrenamtliche in ihrer Verantwortung noch besser unterstützen? Die Ergebnisse sind direkt in die Überarbeitung eingeflossen.

Gilt das Schutzkonzept auch für unsere Kolpingsfamilien?

Leider nein. Das Schutzkonzept gilt für die Veranstaltungen und Angebote auf Diözesanebene. Kolpingsfamilien entwickeln weiterhin eigene Schutzkonzepte, die zu ihrer Arbeit und ihren Angeboten vor Ort passen. 

Was ist neu?

Wenn jemand neu für unseren DV tätig wird, stellen wir schon im Erstgespräch unser Schutzkonzept vor. Der Gedanke dahinter ist: wir wollen eine Kultur des Hinsehens etablieren, so dass mögliche Täter sofort wissen, dass wir ihnen ihre Verbrechen so schwer wie möglich machen. Außerdem wurde festgelegt, dass künftig alle Vorstandsmitglieder eine Präventionsschulung absolvieren und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Wer Verantwortung für Kinder, Jugendliche oder schutz- und hilfebedürftige Erwachsene übernimmt, unterschreibt zusätzlich eine Selbstauskunftserklärung. Auch der Verhaltenskodex wurde weiterentwickelt. Er gilt auch für alle digitalen Formate, ob per Teams, Zoom oder in Chats, egal auf welcher Plattform. 

Das heißt, Prävention ist Teil unseres Alltags.

Ja, Prävention soll kein Thema sein, das nur im Ernstfall eine Rolle spielt. Sie soll selbstverständlicher Teil unseres Miteinanders sein – bei Freizeiten, Veranstaltungen, Sitzungen und überall dort, wo Menschen sich bei Kolping begegnen. Nicht nur Kinder und Jugendliche brauchen diesen verlässlichen Rahmen, auch schutz- und hilfebedürftige Erwachsene müssen sich sicher fühlen können. 

Praktische Hilfe: der Handlungsleitfaden

Der Handlungsleitfaden gibt Orientierung für den Fall, dass Unsicherheiten oder Fragen entstehen, und zeigt auf, welche Ansprechpersonen unterstützen können. So muss niemand in einer schwierigen Situation allein entscheiden.

Gemeinsam eine Kultur des Hinsehens leben

Ein Schutzkonzept ist mehr als ein Dokument. Es lebt davon, dass wir aufmerksam miteinander umgehen, Verantwortung übernehmen und miteinander im Gespräch bleiben. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine Kultur zu stärken, in der Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit selbstverständlich sind. Je klarer wir unsere Haltung leben, je besser wir vorbereitet sind und je offener wir miteinander sprechen, desto sicherer werden unsere Veranstaltungen für alle Beteiligten.

Vielen Dank, Karola!