Bei schönstem Sommerwetter wurde an ihre Verdienste erinnert und der Johann-Gregor-Breuer-Pfad eingeweiht. Die Initiative dazu ging auf Ulrike Clever, die Sprecherin der Dorfgemeinschaft Neuhonrath/Auel und Tatjana von La Valette, die Hausherrin von Schloss Auel zurück. Über 60 Gäste waren ihrer Einladung gefolgt: die Nachkommen beider Breuer-Brüder, die Pfarrer Dieter Scharf und Thomas Taxacher, viele Menschen aus dem Ort und der Gemeinde und Kolpinger aus dem Diözesanverband Köln.
Freitagsklick :Einweihung des Johann-Gregor-Breuer-Pfades: Feierstunde auf Hof Windlöck



Die beiden Breuer-Brüder hatten hier prägende Jahre verbracht: Johann Gregor Breuer als Kind, sein 15 Jahre älterer Bruder Adam Joseph Breuer hatte auf Schloss Auel seine erste Anstellung als Privatlehrer. Die Mutter war früh verstorben und so nahm sich Adam Joseph seiner an: er nahm ihn bei sich auf, sorgte für eine gute schulische und religiöse Bildung und ein stabiles Umfeld. Ohne diese Erfahrung von Zuwendung, Liebe und Bildung ist das Lebenswerk von Johann Gregor Breuer kaum denkbar.
Sich heute mit Johann Gregor Breuer zu beschäftigen, sei alles andere als rückwärtsgewandt, sagte Esther Dufner, Referentin beim Kolping Diözesanverband Köln und bekennender Breuer-Fan. In einer Rede skizzierte sie den Werdegang Johann Gregor Breuers. Auch er wurde Lehrer, wie sein älterer Bruder. Aber „er unterrichtete nicht nur seine Schüler – er sah sie, er sah ihre Lebensverhältnisse. Armut, Unsicherheit, soziale Probleme – das gehörte zum Alltag vieler Familien. Breuer hat das nicht ignoriert. Im Gegenteil: Er ließ sich davon bewegen. Er sah, dass die Jugendlichen, die mit 12 die Schule verließen, dann in den „schwierigen Jahren“ waren und gerade einmal lesen und schreiben konnten. Er aber wollte Menschen für das Leben bilden“, so Esther Dufner.

So begann Johann Gregor Breuers Wirken: Zunächst gab er jungen Handwerkern abends neben seiner Schultätigkeit Zusatzunterricht. Danach gründete er verschiedene Vereine: ein Armen-Kranken-Verein in Elberfeld, einen Mädchenchor aus Schülerinnen seiner Schule, eine Näh- und Strickschule, eine Stellenvermittlung, ein Jungfrauenverein. 1846 gründete Johann Gregor Breuer in Elberfeld den ersten katholischen Gesellenverein.
Zur gleichen Zeit hatte Adolph Kolping seine erste Kaplanstelle in Elberfeld inne, erkannte das große Potenzial des Gesellenvereins und baute auf diesem Fundament das spätere Kolpingwerk auf. „Das Kolpingwerk in seinen Anfängen - damit sind Adolf Kolpings Verdienste nicht geschmälert - ist ein Breuerwerk gewesen“, so die Überzeugung von Klaus Göbel, dem Wuppertaler Historiker und Breuer-Biographen.

Im Anschluss an die Feierstunde zogen die Feiergäste unter der musikalischen Begleitung der Naafbachtaler Stubenhocker durch den Kolping-Wald. Das Waldstück ist von Kolping Deutschland gepachtet und wird mit Unterstützung der Peter-Wohlleben-Akademie nachhaltig geschützt und bewahrt. An diesem Ort wurde der Johann-Gregor-Breuer-Pfad von den Pfarrern Dieter Scharf und Thomas Taxacher eingeweiht. Ganz in der Nähe findet man die Gedenktafel zum Leben und Wirken der beiden Brüder.
