Sein Bistum ist zwei Millionen Quadratkilometer groß, umfasst sechs Dekanate mit rund 70 Pfarreien und ist Heimat für etwa 398 000 Katholiken. Da ist Jesuitenpater Stephan Lipke, Weihbischof im Bistum der Verklärung von Nowosibirsk in Russland, schon mal 23 Stunden im Zug unterwegs, um eine seiner Gemeinden zu besuchen.
Freitagsklick:Bistum mit zwei Millionen Quadratkilometern - Weihbischof Stephan Lipke besucht alte Wirkungsstätten

Angesichts solcher Größenordnungen gerieten die Zuhörer im Cäcilienstift in Benrath ins Staunen. Lipke nutzte einen Heimaturlaub, um seine alten Wirkungsstätten zu besuchen. So hielt er eine Messe in der Kirche St. Jacobus in seiner Geburtsstadt Hilden, eine weitere feierte er in St. Cäcilia in Benrath. Dort hatte er nach seiner Priesterweihe 2002 durch Kardinal Joachim Meisner Kaplansjahre verbracht, bevor er 2006 dem Jesuitenorden beitrat. Eine besondere Verbindung besteht seit dieser Zeit zur Kolpingsfamilie Düsseldorf-Benrath, der er bis heute als Mitglied angehört. Sie hatte zu dem Treffen nach der Messe im Cäcilienstift eingeladen – und die Freude war nicht nur bei den Kolping-, sondern auch bei vielen Pfarrmitgliedern groß, ihren „alten“ Seelsorger wiederzusehen. Der 49-Jährige war 2024 von Papst Franziskus zum Weihbischof des russischen Bistums ernannt worden. Zuvor war er von 2012 bis 2017 an einer katholischen Schule und als Pfarrer im russischen Tomsk tätig gewesen und hatte dort auch an der Staatlichen Universität in russischer Literatur promoviert. 2018 wurde er Direktor des Instituts St. Thomas in Moskau. Ab 2020 war er Generalsekretär der Konferenz der römisch- katholischen Bischöfe in Russland. Lipke beantwortete in Benrath viele Fragen und gab Einblicke in sein Leben in Nowosibirsk. Von montags bis donnerstags stehe vor allem Verwaltungsarbeit an. Freitags bis sonntags sei ihm die Seelsorge direkt bei den Gläubigen wichtig. Die Besuche und die Gespräche lägen ihm sehr am Herzen, betonte er. „Trotz der Entfernung ist die Verbundenheit geblieben. Die Vertrautheit aus alten Pfarrzeiten ist immer sofort wieder da, wenn er uns besucht“, freute sich Kerstin von Kannen vom Kolpingvorstand.