Konferenz der Vorsitzenden und Engagierten: Mit Freude gemeinsam durchstarten!

Nov 19, 2021
„Neustart!“ – das war das Thema der Vorsitzendenkonferenz, die vom 12.-13. November im Tagungshaus „Maria in der Aue“ in Wermelskirchen stattfand. 40 Vorstandsmitglieder aus Kolpingsfamilien und Bezirken waren gekommen, um sich inspirieren und begeistern zu lassen!

„Gebt der Welt ein menschliches Gesicht!“

Zum Auftakt begrüße der Diözesanvorsitzende Martin Rose die Teilnehmenden per Video: „Adolph Kolping kämpfte vor 170 Jahren mit ähnlichen Problemen wie wir heute: viele Menschen kamen in die Städte, die Mieten schossen durch die Decke, Arbeitsplätze fehlten, waren unsicher, die Not war an manchen Stellen groß. Er fand darauf drei Antworten: Schaut wieder ins Evangelium, krempelt die Ärmel hoch sucht euch eine Aufgabe und fangt an! Da passt der Satz aus dem Kolping-Musical: Gebt der Welt ein menschliches Gesicht!“.

Neben der vom Haus vorgebeben 3 G-Regel hatten sich alle Teilnehmer*innen freiwillig einem zusätzlichen Corona-Test unterzogen, sodass zumindest zeitweise die Maskenpflicht ausgesetzt werden konnte.

Geselligkeit macht uns aus!

Nach einer aktuellen Stunde zum aktuellen Verbandsgeschehen hieß es „Kolping klönt!“. Diözesansekretärin Katja Joussen sagte: „Wir wollten endlich mal wieder als Kolpinggeschwister Gemeinschaft erleben – deshalb war uns eine Übernachtung und das gesellige Beisammensein enorm wichtig!“. Dabei lebte eine alte Tradition wieder auf: Früher wanderte eine Spendenflasche von Bezirk zu Bezirk. Sobald sie mit Münzen und Geldscheinen gefüllt war, kam der Inhalt sozialen Projekten zugute. Da die alte Flasche verloren gegangen war, stiftete Martin Rose eine Drei-Liter-Flasche Weinbrand. Die Spenden der Vorsitzendenkonferenz sollten den Betroffenen der Flutkatastrophe beim Wiederaufbau ihrer Existenz helfen. Aber damit die Flasche mit Spenden gefüllt werden kann, musste sie natürlich erst geleert werden …

Runter vom Sofa?! Einladung zum “Speed-Dating”

Wie haben die Kolpingsfamilien die Pandemie erlebt? Gab es auch positive Effekte? Welche neuen Formate wurden gefunden, welche Ideen haben sich bewährt? Und wie können wir neue Akzente in der Öffentlichkeitarbeit setzen? – Auf diese Fragen gaben die Teilnehmenden am Samstag zum Teil verblüffende Antworten. Natürlich waren die Aktivitäten überall stark eingeschränkt, aber in einigen Kolpingsfamilien wurden neue Formate gefunden: Von Online-Andachten über digitale „Tasting“-Angebote bis hin zu gemeinsamen Spaziergängen unter dem Motto „Walk and talk“.

Was bleibt, was kann weg?

„Für die Zukunft gilt: wir machen nur noch das, was uns Spaß macht! Denn dann haben wir auch Strahlkraft und begeistern Menschen!“ – darin waren sich die Vorsitzenden einig. Frontalvorträge haben sich oftmals überlebt. Eine gute Idee gab es aus der Kolpingsfamilie Radevormwald, das „Rotkäppchen-Projekt“: Dabei besucht man Kolpinggeschwister zuhause und bringt alles für ein Kaffeetrinken zuhause mit, was gebraucht wird. Geschirr, Besteck, Kuchen und Wein oder auch Kölsch und Halver Hahn – ganz nach Wunsch! So macht man mit einem Besuch viel Freude und wenig Umstände!

Impulse für die Öffentlichkeitsarbeit

„Wir müssen nicht alle Fehler selbst machen – wir können auch aus den Fehlern anderer lernen!“, hieß es im Workshop Öffentlichkeitsarbeit. Am Beispiel der verfehlten Kampagnenarbeit der CDU wurde überlegt, welche Worte für die Kolping-Außenwirkung wegweisend sind: das Kolping-Du, die Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Aufbruch.

Fördergeld für gute Bildung

Die Kolpingsfamilien sind Außenstellen des Kolping-Bildungswerkes – durch die Bildungsarbeit, die sie leisten. Ansgar Schuldenzucker, der neue Vorsitzende des Kolping-Bildungswerkes will die Kolpingsfamilien noch viel stärker mit dem KBW vernetzen. „Das KBW unterstützt euch in Eurer Bildungsarbeit vor Ort! Wir stellen euch Referentenlisten zur Verfügung, geben euch Tipps für die Themenfindung und unterstützen euch bei der Abrechnung nach dem Weiterbildungsgesetz! Außerdem hat das KBW den Etat für die Bildungsarbeit aufgestockt. Dieses Geld könnt Ihr für gute Bildungsarbeit abrufen!“ betonte Bildungsberaterin Bernadette Streit.

Ausblick mit Weitblick 

Als Geschenk für alle Kolpingsfamilien gab es zum Schluss eine Tüte mit einer Kerze und Gottesdienstbausteinen für die Feier des Kolping-Gedenktages am 4. Dezember. Wie können wir die Zukunft in unserem Erzbistum mitgestalten? Diözesanpräses Peter Jansen gab Einblick in Zielsetzung, Zeitplan und Ablauf der Weltbischofssynode. Wie können wir uns als Verband in die Diskussion einbringen? Wo sehen wir bei uns vor Ort die größten Herausforderungen? Und wie kann eine Kirche verfasst sein, in der Macht nicht missbraucht wird? Peter Jansen lud ein, sich intensiv mit der Frage zu befassen, wie eine synodale Kirche Wirklichkeit werden kann.

Der Inhalt der Flasche

Als zum Schluss der Inhalt der Spendenflasche gezählt wurde, kam eine krumme Zahl heraus: 730 €. „Das können wir so nicht stehen lassen“, meinten die Kolpinger. Innerhalb weniger Minuten wurde der Betrag auf die runde Summe von 1000 € aufgerundet. „Jeder Euro wird über unsere Stiftung gut und sinnvoll für die Menschen eingesetzt, die in der Flutkatastrophe enorm geschädigt wurden. Für Eure offenen Herzen und die große Spendenbereitschaft ein herzliches Vergelt‘s Gott!“, sagte Dr. Tobias Kanngießer, der für die Kolping-Stiftung im Diözesanverband die Verteilung der Spendengelder verwaltet. Die Spendenflasche wandert nun in den Bezirksverband Wuppertal, um aufs Neue gefüllt zu werden.

Text: Bettina Weise

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