Klausurtagung: Vorstand auf dem pastoralen Zukunftsweg

Jul 5, 2019
Hand aufs Herz: Wer kann spontan die Grundprinzipien der Katholischen Soziallehre erläutern? Der Vorstand des Kolpingwerkes Diözesanverband Köln hat sich auf seiner Klausurtagung vom 28.-29.6. im Kardinal-Schulte-Haus eingehend damit befasst. Schließlich soll die Katholische Soziallehre der thematische rote Faden der nächsten drei Jahre werden.

Warum, erläuterte Ansgar Schuldenzucker: „Wir sind bei Kolping vor allem praktisch unterwegs – aber die Katholische Soziallehre hilft uns, immer wieder unseren Standpunkt in unruhigem Fahrwasser zu finden. Ihre drei Grundprinzipien Personalität, Solidarität, Subsidiarität, erweitert um Gemeinwohl und Nachhaltigkeit, geben uns das beste Rüstzeug für gesellschaftliche Debatten – ob zur Flüchtlingspolitik oder in Europafragen.“ Die Vorstandsmitglieder haben ihre Projekte den Prinzipien der Katholischen Soziallehre zugeordnet – vom Engagement für Kolumbien bis Familienfreizeit. „Diese Schwerpunkte werden wir genau analysieren und die Ergebnisse weiter diskutieren“, sagte Ansgar Schuldenzucker.

Multiplikator Dr. Burkhard Knipping (links) bringt Schlagwörter an der Pinnwand in einem der Konferenzräume des Kardinal Schulte Hauses an.

Als gern gesehener Gast nahm Dr. Burkhard Knipping am zweiten Tag der Klausurtagung teil. Er erläuterte die Ansätze des Pastoralen Zukunftsweges, den das Erzbistum Köln gehen möchte. Die Kommunikation soll weniger theologisch werden und die Eigenverantwortung der ehrenamtlich Engagierten gestärkt werden. Die Kirche soll einladend sein, den Menschen Heimat bieten und neue Leidenschaft für den Glauben an Gott wecken.

Mitglieder des Kolping-Diözesanvorstands diskutieren mit ihrem Vorsitzenden Martin Rose (Mitte) über den Pastoralen Zukunftsweg. Multiplikator Dr. Burkhard Knipping (im Hintergrund) begleitet die Gruppe dabei.

Wie gehen die Kolpingsfamilien diesen Weg mit? Dazu sagte der Diözesanvorsitzende Martin Rose: „In vielen Kolpingsfamilien fehlen die Präsides – damit setzen wir uns schon seit vielen Jahren auseinander. Und wir haben unsere Antwort darauf längst gefunden: Bei uns gibt es die Geistlichen Leiterinnen und Leiter – katholische Laien, die von der Kolpingsfamilie gewählt werden, um das geistliche Leben vor Ort zu gestalten. Diözesanpräses Peter Jansen und Dr. Tobias Kanngiesser unterstützen sie dabei, den pastoralen Zukunftsweg in ihrer Kolpingsfamilie umzusetzen. Dazu hat unser Diözesanverband eine Arbeitshilfe mit Vorschlägen zur konkreten Umsetzung vor Ort herausgegeben.“

Der Kolping-Diözesanvorstand mit Multiplikator Dr. Burkhard Knipping (vorne links) und Vorsitzendem Martin Rose (vorne rechts).

Sabine Terlau, die stellvertretende Diözesanvorsitzende, zog ein positives Fazit der Klausurtagung: „Es war gut, dass wir uns die Zeit genommen haben, inhaltlich in die Tiefe zu gehen. Die Katholische Soziallehre gehört zum Rüstzeug unseres Verbandes. All unsere Aktivitäten lassen sich gut in ihren Kategorien abbilden. Wir werden uns weiterhin auf dieser Grundlage aktiv in die gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit einbringen! Und was für die Gemeinden gilt, trifft auf unsere Kolpingsfamilien genauso zu: Wir wollen als christliche Gemeinschaften einladend sein, auf Menschen zugehen und ihnen Gemeinschaftserlebnisse bieten. Das merken wir immer wieder: Gemeinschaft zu erleben ist heute wichtiger denn je!“

Text: Kolpingwerk DV Köln/bw

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