Freitagsklick: Zukunft wird aus Mut gemacht

Aug 20, 2021
Neue Ideen im neuen Format! Am 14. August trafen sich in Wesseling über 60 Kolpinger zur Diözesanversammlung. Corona gab den Takt vor: Aufgrund der Pandemie war der Zugang begrenzt. Doch erstmals konnte man über youtube und Facebook live dabei sein!

Impulse digital

Gottesdienst und Bannerzug fielen pandemiebedingt ebenfalls aus. Doch Diözesanpräses Peter Jansen und Dr. Tobias Kanngießer stimmten die Delegierten mit drei digitalen Impulsen zu den Themen Beten, Lernen und Arbeiten auf das zukunftsgewandte Thema der Diözesanversammlung ein. Auch in der digitalen Transformation stehe der Mensch im Mittelpunkt, mahnte der Diözesanpräses an. Schon im 19. Jahrhundert wurde die „Soziale Frage“ gestellt – und sie ist heute so aktuell wie damals. „Arbeiterinnen und Arbeiter, Handwerker – die Menschen, die mit ihrer Hände Arbeit ihr Geld verdienen – das war die Zielgruppe Adolph Kolpings!“. Auch heute könne ein Einzelner von seiner Arbeit kaum seine Familie ernähren. „Aber darum muss es letztendlich gehen: dass man seine Familie ernähren kann, dass man seine Arbeit schätzen kann und in seiner Arbeit Sinn findet!“, betonte Peter Jansen.

Megatrends in der digitalisierten Welt 

„Wir retten unsere Welt nur digital – oder gar nicht!“ – Mit dieser provokanten These regte Zukunftsforscher und Unternehmer Jörg Heynkes eine lebhafte Diskussion bei den Delegierten an. Heynkes zeigte, wie die drei großen Herausforderungen Ernährung, Energie und Mobilität für eine wachsende Weltbevölkerung klimafreundlich gelöst werden können. Nicht mit Verboten, sondern mit klimafreundlichen Alternativen! Fleisch könne im Labor erzeugt werden, die Energiegewinnung müsse zum 100 % auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Der Individualverkehr werde von der Schwarmmobilität abgelöst werden, meinte Heynkes.

Digitalkompetenz für alle!

An vielen Beispielen zeigte Heynkes, dass die technologischen Umwälzungen im Bereich der künstlichen Intelligenz bereits in vollem Gang sind. Nun komme es darauf an, davon nicht wie von einem Tsunami überrollt zu werden, sondern der digitalen Transformation durch Bildung zu begegnen. „Wir brauchen Digitalkompetenz für alle!“, sagte Heynkes. Bildung müsse neu gedacht werden: 16 Schulsysteme in Deutschland seien längst überholt, auswendig Lernen werde mehr und mehr sinnlos. Klug begleitet, kann die digitale Transformation nicht nur das Klima retten, sondern auch mehr Wohlstand für alle schaffen und die Menschen von sinnlosen, stupiden Tätigkeiten entlasten. „Werden Sie Zukunftsmacher!“, forderte Heynkes die Delegierten auf.

Nah bei Adolph Kolping

Der Diözesanvorsitzende Martin Rose dankte Jörg Heynkes für seinen mitreißenden Vortrag. Diese Umbrüche verunsichern aber auch viele Menschen, stellte Martin Rose fest. „Dieser Verunsicherung hat Adolph Kolping Bildung entgegengesetzt! Mit Bildung schaffen wir die Möglichkeit zu sozialer Teilhabe! Damit sind wir ganz nah bei Adolph Kolping!“, betonte Martin Rose. Auch die Delegierten waren begeistert. „Die Ideen aus dem Vortrag müssen wir in die Kolpingsfamilien tragen! Jörg Heynkes zeigt, wie es gehen kann. Das macht Mut!“, sagte Albrecht Nunn von der Arbeitsgruppe „Wir – für die Welt von Morgen“. Der Büchertisch, an dem Jörg Heynkes sein Buch „Zukunft 4.1.“ signierte, war gut besucht.

Wahlen und Anträge

Am Nachmittag wurde Leonore Overberg als Vorsitzende des Familienbundes Kolping Köln bestätigt, ebenso wie Bernd Münzenhofer und Ralph Lehser als Vorstandsmitglieder. Danach widmeten sich die Delegierten den Zukunftsfragen des Verbandes. In einem Antrag wurde beschlossen, dass in Zukunft Einzelmitglieder bei der Gründung einer Kolping-Gemeinschaft unterstützt werden. Der zweite Antrag „Familien sind es uns wert!“ fand ebenfalls die Zustimmung der Delegierten. Weiterhin wurde beschlossen, den Dialog mit der Bistumsleitung trotz unterschiedlicher Meinungen nicht abreißen zu lassen.

Ehrenzeichen für Lothar Dröse

Lothar Dröse, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Wuppertal-Barmen, erhielt das Ehrenzeichen des Kolpingwerkes DV Köln. Martin Rose würdigte damit sein Engagement in der Handwerksarbeit. „Damit konnte Lothar Dröse viele Menschen für Handwerkspolitik begeistern und Kolping ein Gesicht geben“, sagte der Diözesanvorsitzende. Zwei Verdienste lobte Martin Rose noch besonders: die fotografische Begleitung vieler Veranstaltungen durch Lothar Dröse und die originellen Kolping-Briefmarken, die Lothar Dröse immer wieder auflegt und die in Kolpingkreisen immer wieder für viel Freude bereiten.

Kolping-Stiftung hilft Flutopfern

Sebastian Rose stellte die neue Homepage der Kolping-Stiftung vor. Auf www.kolpingstiftung-koeln.de sind nun alle Informationen zum Thema Stiften, Spenden und Vererben zu finden. Eines der ersten Projekte der Stiftung ist die individuelle Hilfe für Flutopfer. Viele Kolpinger haben bereits solidarisch unter dem Motto „Kolpinger helfen Kolpingern“ gespendet. Das Kuratorium entscheidet in jedem Fall, wie und in welcher Höhe geholfen wird. Auch ein neuer Flyer stellt die Ziele der Kolping-Stiftung vor.

Dank an die Kolpingsfamilie Wesseling St. Andreas

Mit zwei Fässchen Kolping-Kölsch bedankte sich Martin Rose am Ende der Diözesanversammlung beim Vorsitzenden Hubert Tintelott für die Gastfreundschaft. Unter den erschwerten Pandemiebedingungen hatten die Mitglieder der Kolpingsfamilie alle Teilnehmenden liebevoll mit Kaffee, Lunchpaketen und Mittagessen versorgt. Hubert Tintelott betonte: „Gemeinschaft zu fördern ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir als Kolpingsfamilie haben!“

Text: Kolpingwerk DV Köln/bw

Zum Reinklicken:

Die Diözesanversammlung ist auf youtube zu finden. Der Impuls startet um 58:30, der Vortrag von Jörg Heynkes ist ab 1:18:30 zu sehen.

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