Freitagsklick: Niemals geht man so ganz!

Dec 20, 2019
„Tschöö Herr Meyer!“ – unübersehbar hatten die Kolleginnen und Kollegen ihren Abschiedsgruß auf einem orangen Ballon platziert. Am 12. Dezember war der Liebfrauensaal in Köln-Mülheim bis auf den letzten Platz besetzt: Über 130 Gäste waren gekommen, um Gerd Meyer, dem Gesamtleiter des Kolping-Bildungswerkes für 33 Dienstjahre zu danken. Die TV-Moderatorin Yvonne Willicks führte mit Charme und Leichtigkeit durch das Programm.

„Es gab nie Streit, aber wir haben gemeinsam gerungen – um das Beste für unser Kolping-Bildungswerk! Und auch das ist besonders: Er war in all der Zeit nicht einen Tag krank!“, sagte Günter Herberhold, der Vorsitzende des KBW.

Gerd Meyer übernahm die Aufgabe als Gesamtleiter, als das KBW gerade in schwierigem Fahrwasser war. Sein Vorgänger hatte Geld veruntreut und das KBW stand kurz vor der Übernahme durch einen anderen Träger, erzählte Bertold Utsch, der das KBW vor fast 50 Jahren gründete. Als Gerd Meyers Bewerbung einging, erkundigte man sich unter anderem bei Karl Schiewerling, dem ehemaligen Diözesansekretär des Diözesanverbandes Münster. „Ich lege für ihn meine Hand ins Feuer!“, sagte Karl Schiewerling damals. Er kannte Gerd Meyer als früheren Bundessekretär der KSJ und schätzte seine Kompetenz als Betriebswirt: „Gerd Meyer zeichnete sich dadurch aus, dass er wusste, dass man das Geld, das man ausgibt, vorher einnehmen muss. Dabei hat Geld für ihn keinen Selbstzweck, sondern hat den Menschen zu dienen.“

Werner Sondermann, der Vorsitzende der Kolping-Bildungsunternehmen, lobte die erfolgreiche Zusammenarbeit auf Bundesebene und das zwischenmenschliche Vertrauen, das viele Jahre gewachsen ist. Karin Bleil, die frühere Diözesanvorsitzende, gab Gerd Meyer gute Ratschläge für den Ruhestand mit. Johannes Klapper, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, dankte ihm für die vielen Jahre verlässlicher Zusammenarbeit unter den schwierigen Bedingungen des Maßnahmen- und Ausschreibungsgeschäftes.

„Berufung ist das Glück, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen“ – mit diesem Zitat von Stendhal begann Peter Krücker seine Dankesrede. Der Sprecher des Vorstands der Caritas im Erzbistum Köln. „Den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, ist auch die Haltung der Caritas. Was ist das Beste für die Betroffenen? Das war immer die gemeinsame Frage, die wir uns gemeinsam bei unseren Kooperationen stellten“, sagte Peter Krücker. 

Die Sängerin Eva Becker begeisterte das Publikum mit ihren Gesangseinlagen – von „Fields of Gold bis „Don’t stop me now“. Zwei Fotopräsentationen zeigten Gerd Meyer auch von inoffizieller Seite: als Luftgitarrenspieler im Karneval und als Radsportler. Fast sah es aus wie eine Prozession, als Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Standorten, Kolpinger und Auszubildende ihm ihre Abschiedsgeschenke auf die Bühne brachten: Einen Outdoor-Lehnstuhl, eine prächtige Torte, Gutscheine, Blumen und Champagner. Martin Rose überreichte Gerd Meyer einen Gutschein für einen Sportausstatter und ein Paar Laufschuhe.

„Die Arbeit hat mir viel Freude gemacht“, sagte Gerd Meyer in seiner Abschiedsrede. „Der Ausbau unserer Angebote für neue Zielgruppen wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle, der Chefsekretärin, der Standort- und Geschäftsbereichsleiterinnen und -leiter. Allen sage ich ein herzliches Dankeschön!“

Text: Bettina Weise

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