Freitagsklick: Honig per Lastenrad

Apr 23, 2021
Albrecht Nunn ist Imker aus Überzeugung und Leidenschaft! Als Kolpingmitglied und Bezirksvorsitzender im Oberbergischen Kreis engagiert er sich im Diözesan-Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ und im Projekt „Enkeltauglich leben“.

Kolpingarbeit ist immer praktisch, daher hat er sich überlegt, wie er seinen Honig ökologisch und nachhaltig zu den Menschen bringen kann. Früher verkaufte er ihn an der Haustür oder bei Freunden. Doch Corona hat viele Menschen vorsichtig werden lassen. Die Lösung? Ein Lastenrad!

Seit etwa vier Jahren hat Albrecht Nunn an mehreren Standorten im Stadtgebiet Bienenvölker stehen. Etwa 800 Gläser Honig liefern ihm die fleißigen Insekten pro Saison.

„Regionaler Honig hat unglaublich viele Vorteile im Vergleich zu industriell hergestelltem Honig in Bezug auf Reinheit, Qualität und Nachhaltigkeit“, sagt Albrecht Nunn. Wird der Honig in vor Ort produziert, muss er nicht über Tausende von Kilometern transportiert werden. Die gute Qualität kommt von der noch intakten Flora und Fauna im Bergischen Land. „Große Monokulturen und intensive Landwirtschaft sind hier gottlob noch weitgehend Fehlanzeige. Ich habe einige Bienenvölker in den Wupperauen stehen, dort können die Insekten aus der vielfältigen Flora und Fauna reinen Nektar für uns Menschen sammeln“, freut sich der „Wupper-Imker“ Albrecht Nunn.

Die Bienenvölker bleiben mehrere Jahre am gleichen Standort. „Das entspricht dem natürlichen Verhalten der Biene. Zwar gibt es so etwas weniger Honig als beim sogenannten Wanderimkern. Der Honig ist allerdings vollwertiger – und die Bienen haben weniger Stress“, erklärt Albrecht Nunn.

 

Um die Idee der Nachhaltigkeit auch jenseits der reinen Honigproduktion umzusetzen, suchte er nach einer Alternative zum Auto. Vor zwei Jahren erfuhr er von der Fördermöglichkeit für ein Lastenfahrrad durch Mittel der Europäischen Union für die ländliche Entwicklung, sogenannte „Leader-Mittel“. Durch das E-Lastenrad kann er das Auto fast vollkommen ersetzen. „Die Transportbox ist ausreichend groß, um 100 Kilogramm, das wären 200 Gläser Honig, zu transportieren. Der elektrische Motor hat eine Reichweite von 50 Kilometern pro Ladung und ich kann mit einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h fahren. Damit kann ich den Kunden den Honig per Express bringen – nahezu emissionsfrei, im Mehrwegglas“, freut sich Albrecht Nunn. 

 

Text: Kolpingwerk DV Köln

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