Freitagsklick: Allüberall Corona-Krise

Fri Mar 20 08:00:00 CET 2020
"Mach es so wie die drei Affen: nichts sagen, nichts hören und nichts sehen" - so hieß es in einem Karnevalsschlager von Marie-Luise Nikuta. So würden viele von uns sicher auch gern mit der Corona-Krise umgehen: die Augen verschließen, sich mit schönen Dingen beschäftigen oder einfach den Alltag weiterführen wie bisher.

Aber das geht nicht. Als Bürger und Bürgerinnen unseres Landes, als Christen, als Mitmenschen müssen wir lernen, mit der Krise umzugehen. Krise kommt aus dem griechischen (krisis) und bezeichnet eine Entscheidung, eine Wendung oder auch einen Abschnitt im Verlauf einer Entwicklung. 

Wir stehen an so einem Wendepunkt und müssen uns entscheiden: wie komme ich durch die Tage? Was kann ich tun? Was muss ich lassen? Die staatlichen Verbote nehmen täglich zu. Wohl dem, der einen Garten oder Balkon hat und sich zu beschäftigen weiß. Wir müssen uns für einen vernünftigen Tagesablauf entscheiden und uns bewusst Zeiten setzen. Wir können auch Zeiten des Gebetes einplanen. Dazu bieten das Gotteslob, aber auch andere Quellen inspirierende Möglichkeiten. Jetzt ist die Zeit, die Bücher zu lesen, die bisher noch ungelesen im Regal stehen, Menschen anzurufen, die schon lange auf ein Lebenszeichen von uns warten, Musik zu hören oder auch selbst Musik zu machen.

Wir können jetzt schon überlegen, wie wir uns für die Kar- und Ostertage vorbereiten können – etwa unsere Wohnungen schmücken. 

Vielleicht haben verschiedene Kolpingsfamilien eigene Ideen zur Nachbarschaftshilfe oder zur virtuellen Gemeinschaft. Berichtet uns darüber – wir sind gespannt, welche Möglichkeiten wir unter uns finden.

Bisher schon läuten die Kirchen zum Angelus dreimal täglich – jetzt kommt noch ein Coronaläuten um 19.30 Uhr dazu. Nutzen wir die Zeit zum Gebet füreinander!

Viele Menschen haben berechtigterweise Angst: die Angst selbst krank zu werden, die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, die Angst bald vor einem Berg von Schulden zu stehen. Diese Ängste sind berechtigt, dürfen uns aber nicht panisch werden lassen und unüberlegt handeln lassen. Wir können derzeit nur abwarten, miteinander reden und die vielen sozialen Netzwerke nutzen, die wir haben.

Jetzt ist die Zeit genauer Hinzusehen, Hinzuhören und uns maßvoll in Diskussionen einzubringen, damit wir gestärkt aus dieser Krise herauskommen und unseren Blick schärfen für das Wesentliche! 

Bleibt gesund und munter!

Peter Jansen, Kolping-Diözesanpräses

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