Diözesanversammlung: So geht gemeinsam glauben!

May 10, 2019
"Glaube - ganz einfach!" - das war der rote Faden, der sich durch die Diözesanversammlung am 4. Mai in Dieringhausen zog. Den Auftakt bildete der Festgottesdienst in der Kirche Herz Jesu. Diözesanpräses Peter Jansen sagte: "Glaube - ganz einfach? Manchmal tun wir uns damit entsetzlich schwer!

Wo Angst und Misstrauen herrschen - da ist kein Glauben! Warum haben wir nicht mehr Vertrauen auf Gott?". Dabei sei die Aufgabe klar: "Wir sollen den Menschen Jesus zeigen! Das ist unsere Aufgabe als Christen, als Kolpinger! Für Jesus ist Barmherzigkeit größer als Dogma und Gesetz!"

Einfach, aber nicht simpel!

Ortswechsel: Nach einem eindrucksvollen Bannerzug durch Dieringhausen eröffnete der Diözesanvositzende Martin Rose die Diözesanversammlung mit 200 Kolpingern und Gästen in der Aggerhalle. Jürgen Marquardt, der stellvertretende Bürgermeister und Ursula Mahler, die stellvertretende Landrätin begrüßten die Delegierten herzlich. Nach einer Einführung von Peter Jansen und Tobias Kanngießer erzählte die Fernsehmoderatorin Yvonne Willicks, wieviel Zuversicht und Lebensfreude ihr der Glaube gibt: „Als rheinisch-katholische Christin bin ich ein großer Fan des Heiligen Geistes – des lockenden und humorvollen!“.
 
Sie las Passagen aus ihrem Buch „Glaube ganz einfach“ vor und lud dazu ein, sich vertrauensvoll auf Gott einzulassen – „denn zu verlieren gibt es nichts, nur zu gewinnen!“. Dazu stimmte sie Lieder an, die ihr Glaubensleben geprägt haben. Ihr Mann Markus Willicks begleitete sie dazu auf dem Klavier. Und der Funke sprang über! Kolpinger und Gäste sangen begeistert mit und ließen sich von den vielen persönlichen Erlebnissen und Anekdoten mitreißen, die Yvonne Willicks aus ihrer Glaubensbiografie erzählte. „Das war die beste Diözesanversammlung, die ich erlebt habe, weil sie das Herz angesprochen hat“, sagte Stephan Juhász von der Kolpingsfamilie Derschlag. „Man mag über das Zölibat oder das Diakonat der Frau diskutieren, aber das bringt niemanden im Glauben weiter.“

St. Martin im Mai

Wie lebt man Glauben ganz konkret – in der Kolpingsfamilie vor Ort? Vertreterinnen aus den Kolpingsfamilien Wuppertal und Burscheid erzählten, wie sie in ihren Kolpingsfamilien den gemeinsamen Glauben mit Leben füllen. Zur großen Überraschung aller erklang plötzlich das Lied von St. Martin und ein imposanter Mann mit Rauschebart und St.-Martins-Gewand zog ein. Unter dem Bart verbarg sich Joachim Tump, der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Dieringhausen, die jedes Jahr den St.-Martins-Umzug für 4000 Teilnehmer organisiert.
 

„Mehr als Du glaubst!“

Danach verlieh das Kolpingwerk DV Köln den Johann-Gregor-Breuer-Preis an die Kolpingsfamilie Burscheid. Damit zeichnet der Verband jedes Jahr eine Kolpingsfamilie für ihre innovative Bildungsarbeit aus. Die Kolpingsfamilie Burscheid überzeugte die Jury mit ihren Schritten auf dem pastoralen Zukunftsweg. „Mehr als du glaubst“ – so hieß die Glaubensgesprächsreihe der Kolpingsfamilie, die in der Fastenzeit viele Menschen ansprach.
Viele Nicht-Kolpinger und Frei-evangelische Mitchristen fühlten sich eingeladen und tauschten sich mit den Kolpingern über ihre Vorstellungen von gelebtem Glauben, Hoffnung und Liebe aus. Außerdem bietet die Kolpingsfamilie Burscheid ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm an: von politischen Themen wie der Seenotrettung über Ausflüge zur Straußenfarm bis hin zum Apfelbrunch und gemeinsamem Suppenessen. Die Kolpingjugend lädt zum Pfingstzeltlager, einer Ferienfreizeit im Sommer und Spielenächten ein. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert und wurde zusammen mit einer Schmuckurkunde überreicht.

Wahlen

Zum Abschluss der Diözesanversammlung stellten sich der Diözesanvorsitzende Martin Rose und seine Stellvertreterin Sabine Terlau zur Wiederwahl. „Für uns Christen leitet sich die Würde jedes Einzelnen aus der Ebenbildlichkeit Gottes ab! Daher möchten wir Konflikte auflösen, indem wir uns anders verhalten – aus einer Christusorientierung heraus“, erläuterte Martin Rose sein inhaltliches Programm. Sabine Terlau will sich weiterhin für Gemeinschaftserlebnisse bei Kolping einsetzen und an der Gestaltung der neuen sozialen Marktwirtschaft mitwirken. „Dabei möchte wir traditionsorientiert sein. Wir wollen die Glut, nicht die Asche weitertragen!“, betonte Martin Rose. Die Delegierten bestätigten sie mit überwältigender Mehrheit für weitere drei Jahre in ihren Ämtern. Die Delegierten Albrecht Nunn und Hans-Joachim Luh wurden erstmalig in den Vorstand gewählt. Ansgar Schuldenzucker und Dr. Tobias Kanngießer wurden als Vorstandsmitglieder bestätigt.

Anträge

Die Delegierten verabschiedeten zwei Anträge zum synodalen Weg und zur Katholischen Soziallehre. Sie beschlossen, sich am synodalen Weg im Erzbistum Köln zu beteiligen. Die Kolpingsfamilien sollen befähigt werden, sich als christliche Gemeinschaften in den Prozess einzubringen. Die Themen der katholischen Soziallehre sollen von 2020 bis 2022 verstärkt in die Aktions- und Bildungsprogramme der Kolpingsfamilien, Bezirke und des Diözesanverbandes aufgenommen werden. Der Diözesanvorstand wird dazu Arbeitshilfen zur Verfügung stellen. 
Ein herzlicher Dank gilt der Kolpingsfamilie Dieringhausen, die mit toller Organisation und großer Gastfreundschaft diese gelungene Diözesanversammlung ermöglicht hat!

Text und Fotos: Kolpingwerk DV Köln/bw

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Bildergalerie der Diözesanversammlung 2019