Austauschforum mit Ursula Groden-Kranich: Im Kolping-Netzwerk Politik gestalten! 

Jul 14, 2021
"Gesellschaft lebt vom Mitmachen!", betonte die Vorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, Ursula Groden-Kranich auf einem digitalen Austauschforum, zu dem der Diözesanverband Köln am 28. Juni eingeladen hatte.

19 Interessierte hatten sich zugeschaltet. Wie können Verbände zu mehr Zusammenhalt beitragen – in einer Zeit, in der in die Gesellschaft, spürbar auseinanderdriftet?

„In der Pandemie war es schwierig für uns als Verband. Wie können wir etwas zusammen machen, wenn wir gezwungen sind, uns voneinander fernzuhalten? Das war auf allen Ebenen schwierig. Weil wir die Nähe brauchen!“, stellte die Bundesvorsitzende fest. Trotzdem haben die digitalen Zusammenkünfte auch positive Effekte gehabt: die Autofahrten vermisst man nicht. So können hybride Veranstaltungen eine höhere Lebensqualität mit sich bringen und ermöglichen die Teilnahme auch für Menschen, die keine weiten Strecken können oder wollen.

Aus ihrer Perspektive als Bundestagsabgeordnete warnte Ursula Groden-Kranich davor, dass Debatten zu manchen Themen, wie zum Beispiel Gendern oder Ehegattensplitting die Gesellschaft nicht noch mehr spalten. Im Klimaschutz sah Ursula Groden-Kranich eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, der sich Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Verbände gemeinsam stellen müssen. „Das ist auch eine Frage der unterschiedlichen Lebensbedingungen in Stadt und Land. Den öffentlichen Nahverkehr hat man auf dem Land oft sehr eingeschränkt. Diese Themen müssen wir gemeinsam tragen!“, sagte die Bundesvorsitzende.

„Welchen Einfluss hat die Arbeit der Verbände auf die Bundespolitik? Fließt das, was wir uns vorstellen, in Entscheidungsprozesse ein?“, fragte Peter Henze aus Köln. Die Antwort darauf gab Bernd Münzenhofer vom Diözesanvorstand: „Ich bin froh, dass Ursula uns vom Handwerk so gut in Berlin vernetzt hat. So konnten wir uns als Kolpinger im Bundestag einbringen und zwischen dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und den Gewerkschaften vermitteln. Wir haben die passende Formulierung für die 5. Novelle gefunden und können nun bundesweit Prüfer benennen!“, berichtete Bernd Münzenhofer mit großer Dankbarkeit.

Vernetzung findet statt – wenn auch oft nicht sichtbar. Auch auf internationaler Ebene sorgt Ursula Groden-Kranich für Austausch und neue Verbindungen. Bei einer politischen Reise nach Brasilien sorgte sie dafür, dass ein Besuch bei der Kolpingsfamilie in Sao Paolo in das Programm aufgenommen wurde. Im Nachhinein bedankte sich eine Botschaftsmitarbeiterin für diesen Einblick in die Kolpingarbeit. „Die Vernetzung ist immer etwas, was wir zusammen machen. Dieses Voneinander lernen ist so wertvoll! Dafür lohnt es sich, ehrenamtlich tätig zu sein!“, sagte Ursula Groden-Kranich. Eine große Herausforderung sieht sie in der Situation der katholischen Kirche. „Wir sind als katholischer Verband nicht zum Selbstzweck da, sondern wir haben den Auftrag, ein Bindeglied zwischen der Institution Kirche und der gelebten Kirche zu sein! Wie schaffen wir es, den Konflikt auszuhalten und zu zeigen, dass die Menschen, die Kirche sind, etwas viel Wertvolleres sind?“

Viele Fragen konnten nur angerissen werden, zum Beispiel nach der Chancengerechtigkeit für Jugendliche, gerade aus bildungsfernen Schichten, die unter der Pandemie ganz besonders gelitten haben, der Schuldenbelastung für die nächste Generation und dem Zusammenhalt Europas. Ursula Groden-Kranich versprach, das Thema Europa noch einmal gesondert mit dem Diözesanverband zu diskutieren und dazu einen Europaabgeordneten einzuladen. „Danke für Deine Mutmachenden Denkanstöße!“, sagte Martin Rose am Ende des einstündigen Austauschforums. „Das ist für mich das Mutmachende: Betrachtet das Ganze vor den einzelnen Teilen! Das ist unser Kolpingansatz: Zum Zusammenhalt beizutragen“, so Martin Rose.

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